In diesem Artikel
- 01Die 6 Arten von Treueprogrammen
- 02Vergleichstabelle: welche Art zu dir passt
- 03So berechnest du die echten Kosten der Prämie
- 04Arten kombinieren: mehrere Karten gleichzeitig
- 05Entscheidungsbaum: welche Art du wählst
- 06Was in welcher Branche meist funktioniert
- 07Typische Fehler bei der Wahl
- 08So setzt du es mit Stampaz um
Punkte, Stempel oder Cashback? Das ist die erste Entscheidung jedes Treueprogramms und die, die sich später am schwersten ändern lässt. Die gute Nachricht: Keine Art ist besser als die andere, es gibt nur eine, die zu deinem Bon, deiner Frequenz und deiner Marge passt. Hier findest du die 6 Arten mit je einem Beispiel, eine Vergleichstabelle, die Formel für die echten Kosten und einen Entscheidungsbaum.
Die 6 Arten von Treueprogrammen
1. Stempelkarte
Jeder Besuch oder Kauf bringt einen Stempel. Ist die Karte voll, gibt es die Prämie.
Beispiel: „9 Kaffees kaufen, der 10. ist gratis.“ Die Kundin sieht auf dem Handy 6 von 10 Stempeln und weiß genau, was fehlt.
Ideal, wenn der Bon bei jedem Besuch ähnlich ist: Café, Barbershop, Autowäsche, Eisdiele.
2. Punkte (mit optionalen Stufen)
Der Kunde sammelt Punkte nach Umsatz und löst sie gegen Prämien unterschiedlichen Werts ein. Du kannst Stufen hinzufügen (etwa Bronze, Silber, Gold) mit Vorteilen für die besten Kunden.
Beispiel: 1 Punkt pro Euro. 50 Punkte = ein kleiner Sack Futter; 150 Punkte = ein Zubehörteil. Wer im Jahr 500 Punkte erreicht, wird Gold.
Ideal, wenn der Bon stark schwankt: Bäckerei mit Bestellungen, Laden, Restaurant, Zoohandlung.
3. Stufenrabatt
Der Kunde sammelt keine Prämien, sondern steigt nach Umsatz oder Besuchen auf, und jede Stufe hat einen festen Rabatt.
Beispiel: ab 5 Besuchen 5 % Rabatt, ab 15 Besuchen 10 %.
Ideal für Kunden, die lieber immer sparen als auf eine Prämie warten, etwa im Kosmetikstudio oder Modegeschäft.
4. Cashback
Ein Teil jedes Einkaufs geht als Guthaben für dein Geschäft an den Kunden zurück.
Beispiel: 5 % Cashback. Ein Gast zahlt 40 € fürs Abendessen und bekommt 2 € Guthaben auf die Karte. Bei 10 € löst er sie beim nächsten Besuch ein.
Ideal für Restaurants und Läden mit mittleren bis hohen Bons. Leicht verständlich: „Du bekommst 5 % zurück.“
5. Geschenkkarte
Vorausbezahltes Guthaben, das der Kunde für sich oder zum Verschenken kauft. Kann aufladbar sein und ein optionales Ablaufdatum haben.
Beispiel: Geschenkkarte über 40 € für Schnitt und Bartpflege. Der Beschenkte nutzt heute einen Teil und den Rest im nächsten Monat.
Weniger Prämie als Vorabverkauf und Weg zu Neukunden. Mehr in Gutscheinkarten für kleine Geschäfte.
6. Abo oder Club
Der Kunde zahlt einen Beitrag und hat eine Anzahl an Nutzungen inklusive.
Beispiel: „2 Haarschnitte im Monat für 45 €“ oder „ein Kaffee am Tag für 55 € im Monat“, mit den verbleibenden Nutzungen immer im Blick.
Ideal für wiederkehrende Leistungen mit hoher Frequenz. Ausführlich im Artikel zum Abo-Modell für lokale Geschäfte.
Vergleichstabelle: welche Art zu dir passt
| Art | Ideal für | Echte Kosten (Richtwert) | Komplexität für Kunden |
|---|---|---|---|
| Stempel | Ähnlicher Bon, häufige Besuche | Kosten der Prämie ÷ Umsatz bis dahin | Sehr gering |
| Punkte | Schwankender Bon | Je nach festgelegtem Einlösewert | Mittel |
| Stufenrabatt | Häufige Käufer, die sparen wollen | % Rabatt auf alle Einkäufe | Gering |
| Cashback | Mittlerer bis hoher Bon | Zurückgegebener %, nur wenn eingelöst | Gering |
| Geschenkkarte | Feiertage, Geschenke | Keine zusätzlichen: Vorabverkauf | Sehr gering |
| Abo / Club | Wiederkehrende Leistungen | Differenz zwischen Beitrag und echter Nutzung | Mittel |
So berechnest du die echten Kosten der Prämie
Hier scheitern viele Programme: Die Prämie wird mit dem Verkaufspreis gerechnet statt mit dem Wareneinsatz, oder gar nicht.
Beispiel mit Stempeln: Ein Kaffee kostet 3,20 €. Regel: 9 bezahlte Kaffees, der 10. gratis.
- Ausgaben des Kunden bis zur Prämie: 9 × 3,20 € = 28,80 €.
- Gratis-Kaffee zum Verkaufspreis: 3,20 ÷ 28,80 = 11 %.
- Zum Wareneinsatz (angenommen 0,60 € für Bohnen, Milch und Becher): 0,60 ÷ 28,80 = 2,1 %.
Die erste Zahl ist, was du aus Kundensicht „schenkst“; die zweite, was wirklich aus deiner Tasche geht. Rechne mit deinen eigenen Kosten.
Beispiel mit Cashback: 5 % auf den Umsatz. Gibt ein Kunde im Quartal 200 € aus, hat er 10 € Guthaben. Löst er es ein, kostet dich das den Wareneinsatz für 10 € Ware, nicht die vollen 10 €. Löst er nicht ein, kostet es nichts (ideal ist aber, dass er wiederkommt).
Beispiel mit Punkten: 1 Punkt pro Euro; 100 Punkte = ein Produkt, das du für 5 € verkaufst und das dich 2 € kostet. Echte Kosten: 2 ÷ 100 = 2 % auf den Umsatz.
Eine Faustregel: Leg zuerst fest, wie viel du in Kundenbindung investieren willst (etwa 3 bis 10 % zum Verkaufspreis, je nach Marge), und passe die Regel daran an. Wartet der Kunde mit dieser Regel Monate auf eine Prämie, erhöhe den Wert der Prämie oder senke die Stempelzahl.
Arten kombinieren: mehrere Karten gleichzeitig
Du musst dich nicht für immer festlegen. Kombinationen, die funktionieren:
- Stempel + Geschenkkarte: Stempel für den Alltag, Geschenkkarte zu Weihnachten oder zum Muttertag.
- Punkte mit Stufen + Geburtstag: Umsatz belohnen und einmal im Jahr persönlich gratulieren.
- Abo + Stempel: Mitglieder nutzen ihre inklusiven Kaffees, alle anderen sammeln Stempel.
- Cashback + schwache Tage: doppeltes Cashback montags, um die Nachfrage zu verteilen.
Bedingung: Jede Karte braucht einen klaren Zweck. Versteht der Kunde nicht, wozu welche dient, machst du ihm nur Arbeit.
Entscheidungsbaum: welche Art du wählst
Antworte der Reihe nach und nimm die erste, die passt:
- Verkaufst du eine Leistung, die Kunden mehrmals im Monat nutzen (Kaffee, Haarschnitt, Wäsche, Kurse)? Prüfe ein Abo. Willst du keine Beiträge verwalten, weiter zu 2.
- Ist der Bon fast immer gleich? Stempelkarte.
- Schwankt der Bon stark von Besuch zu Besuch? Punkte pro Euro (mit Stufen, wenn du Vielkäufer hast).
- Ist dein Bon hoch und schätzen Kunden es, Geld „zurückzubekommen“? Cashback.
- Sparen deine Kunden lieber immer, statt auf eine Prämie zu warten? Stufenrabatt.
- Willst du an Feiertagen mehr verkaufen oder Neukunden gewinnen? Ergänze eine Geschenkkarte.
Was in welcher Branche meist funktioniert
| Branche | Erste Wahl | Ergänzung |
|---|---|---|
| Cafés | Stempel | Kaffee-Abo |
| Bäckereien | Punkte pro Euro | Geschenkkarte für Bestellungen |
| Restaurants | Cashback oder Punkte | Geschenkkarte |
| Friseure | Stempel | Club „2 Schnitte im Monat“ |
| Kosmetikstudios | Stufenrabatt | Geschenkkarte |
| Zoohandlungen | Punkte pro Euro | Geburtstag des Haustiers |
Das sind Startpunkte, keine Regeln. Teste ein paar Monate und miss, ob Kunden öfter kommen (mehr dazu in Stammkunden gewinnen).
Typische Fehler bei der Wahl
- Große Ketten kopieren. Deren Margen und Volumen sind nicht deine. Rechne mit der Formel oben.
- Krumme Punkte. „1,5 Punkte pro 2 Euro“ zwingt zum Rechnen. Runde Zahlen: 1 Punkt pro Euro.
- Zu wenig Cashback. 1 % auf einen 10-€-Bon sind 10 Cent: Das merkt niemand.
- Unerreichbare Stufen. Schafft kaum jemand die oberste Stufe, demotiviert sie.
- Die Regel jeden Monat ändern. Teste eine Regel mindestens 8 bis 12 Wochen und respektiere bei Änderungen das Gesammelte.
So setzt du es mit Stampaz um
In Stampaz hast du alle 6 Kartentypen in jedem Tarif: Stempel, Punkte mit optionalen Stufen, Stufenrabatt, Cashback, Geschenkkarte und Abo. Deine Kunden speichern sie ohne App in Apple Wallet oder Google Wallet (oder als Web-Karte), und du kannst mehrere Karten gleichzeitig nutzen (2 im Tarif Local, 10 in Pro, unbegrenzt in Kette). Schritt für Schritt geht es in digitale Stempelkarte erstellen.
Häufige Fragen
Das hängt vom Bon ab. Geben fast alle Kunden gleich viel aus (ein Kaffee, ein Haarschnitt), sind Stempel einfacher. Schwankt der Betrag stark, belohnen Punkte pro Euro fairer.
Ein Prozentsatz des Einkaufs geht als Guthaben zurück an den Kunden, einlösbar nur in deinem Geschäft. Kein Bargeld: Es lässt sich nur bei dir ausgeben, also kommt er wieder.
Teile die Kosten der Prämie (zum Wareneinsatz, nicht zum Verkaufspreis) durch das, was der Kunde dafür ausgibt. Dieser Prozentsatz sind deine echten Kosten auf den Umsatz treuer Kunden.
Ja, und manchmal lohnt es sich: etwa eine Stempelkarte für den Alltag und eine Geschenkkarte für Weihnachten. Wichtig ist, dass jede einen klaren Zweck hat.
Die Stempelkarte. „Zehn Kaffees, einer gratis“ versteht jeder ohne Erklärung, deshalb ist sie meist die beste erste Karte für ein kleines Geschäft.